Letzte Vorbereitungen für die Überfahrt nach Korfu und los gehts

In den letzten Wochen vor unserer Abreise nach Griechenland, genauer nach Korfu,

hatten wir nochmal alle Hände voll zu tun.

Für die Überfahrt wird noch Thorsten, ebenfalls ein Skipper (leider liegt sein Kleinkreuzer "Lebowski" für die nächsten Monate in Deutschland am Trockendock, da sich ein Leck bei der Fahrt nach Otranto, bemerkbar machte.) zu mir stossen und mich tatkräftig unterstützen und geniessen. Vor allem möchte er das Katamaran Feeling kennen lernen, da er mit seiner Segelyacht von 5.80m länge, bislang nicht sonderlich viel Komfort geniessen konnte. Aber umso bewundernswerter ist sein Enthusiasmus mit solch einem Kleinkreuzer die

Meere zu überqueren. Respekt!!! Übrigens ist Thorsten Berufsmusiker (Drummer) und lässt die nostalgischen Rockerzeiten mit seiner Band wieder aufleben. www.harald-krueger.de


Geduldig warteten wir auf ein Wetterfenster welches dem Taucher ermöglichte die Ambiramus vom Unterwasserbewuchs zu befreien.

nach ca. 2 Std. sah das Unterwasserschiff wieder wie neu aus und bereit für die Überfahrt nach Korfu.

Um für die Langfahrt optimal vorbereitet zu sein musste die bestehende 50 m Ankerkette durch eine 80 m Edelstahlkette ausgetauscht werden.

Mit Hilfe von Max & Doris konnte dies an einem wunderbar warmen Tag optimal ausgeführt werden.


... los geht's

Am 24. März lösten wir nach 6 Monaten die Leinen in der Marina Brindisi Richtung Otranto.

Rückblickend war die Marina Brindisi war für mein Projekt ein Gewinn, so konnte ich div. Arbeiten ohne

Probleme ausführen. Die lokale Firma von Paulo unterstützte mich optimal und fair bei dem Erstellen einer neuen Küchenbude (Cockpitverdeck) und dem ersetzen des Lazybag. Vito half eifrig beim Ersetzen aller Starterbatterien und dem Austauschen der Elektroniksteuerung des Kühlschrankes.

Die ersten 4 Std. konnten wir wunderbar mit der Genua, Richtung Süden mit Räumlichem Wind, segeln. Oh wie war das wohltuend und wunderschön nach so langer Zeit, nur dem Rauschen des Wassers und dem Wind, welcher das Vorsegel bauchig aufblies, zu folgen und uns mit 6 Knoten bequem nach Otranto brachte.

Um 14:00 setzten wir nördlich im Städtehafen den Anker. Beiboot ins Wasser lassen und sogleich als erstens den nötigen Einkauf für die nächsten Tage erledigen. Bevor es eindunkelte checkte ich noch das Grosssegel und siehe da ein erstes Problem stellte sich ein. Wir konnten das Grossfall nicht bis in den Top ziehen.

Das machte sich bemerkbar durch laute Reibungsgeräusche der elektrischen Winsch. Thorsten, als ambitionierte Bergsteiger, machte sich sogleich bereit um

mit dem Bootsstuhl in den Masten hochgezogen zu werden. Da das Grossfall nicht gebraucht werden konnte, zog ich ihn mit dem Spinnackerfall hoch.

Schon bald erkannte er das Problem. Die Rolle, welche das Grossfall hochzog, hat sich ein paar Mal um die eigene Achse gedreht und somit die Leine ebenso.

mit 2 Kabelbindern haben wir die Rolle blockiert und dem Übel entgegengewirkt. (ist natürlich keine Langzeitlösung)

Den Abend genossen wir an Bord der Sailing Yacht DUDE, von Matija und Sarah,

welche gerade ihren Motor revidierten, mit einem, zwei Gläschen Wein bei guter Stimmung. Auch Sie werden, sobald der eingebaute Motor eingebaut ist, Richtung Korfu segeln.



Am nächsten Morgen in der Früh holten wir den Anker ein und setzten die AMBIRAMUS in Bewegung mit Ziel Othonoi (Korfu).

Die Temperatur stieg stetig und bescherte uns eine angenehme Überfahrt, aber leider mit wenig Windunterstützung. Nach ca. 2 Std. sahen wir die Flossen von Delphinen in der Ferne. Es ist jedes Mal ein bewegendes Gefühl auf Tuchfühlung mit diesen edlen Geschöpfen zu gehen.

Nach 9 Std. erreichten wir die wunderschöne, kristallklare Bucht von Othonoi.

Mit einem Bier feierten wir den ersten Sundowner auf griechischem Boden.

Am nächsten Morgen mussten wir die Zeit um 2 Std. vorstellen.

1 Std. neue Zeitzone Griechenland, + 1 Std. Sommerzeit.

Da es auf einem Segelschiff immer etwas zu reparieren gibt, wollten wir ein weiteres Problem mit dem Segel gleich am Morgen angehen.

Thorsten stieg wieder in den Masttopp und eruierte das Problem.

Tiefe Kratzspuren am Masten verrieten den Übertäter. Der oberste Gleitblock, welcher mit dem Segel am Masten noch oben gleitet verursachte die die tiefen Rillen. 2 Schrauben hatten sich gelöst und bohrten sich so in den Masten.

Strukturell kein Problem aber natürlich blockiertes es das optimale Aufziehen des Grosssegels.

Da wir auf unserer AMBIRAMUS gut ausgerüstet sind, haben wir auch dieses Übel bald bewältigt.

Bei sommerlichen Temperaturen entschlossen wir uns den naheliegenden Berg zu erklimmen. Auf der Höhe angekommen bot es uns einen wunderbaren Blick über die Insel und die in der Ferne zu erkennende Silhouette der Küste von Korfu.

Beim nachmittäglichen Walk kam uns ein freundlicher Polizist entgegen und

meinte, da wir noch nicht Einklariert hatten, dass wir das Schiff eigentlich nicht

verlassen dürften. Ups, die Schweizer Flagge hat uns verraten. Wir handelten wenigstens einen kurzen Ausflug zur Marina aus und mussten danach direkt wieder aufs Schiff.

Am darauffolgenden Tag folgte dementsprechend der direkte Weg zur Police und Customs von Korfu. Im alten Stadthafen legten wir an der Pier an und

begaben uns mit allen Dokumenten auf den Weg.



Alter Stadthafen von Korfu